Azure für Einsteiger: VMs, Netzwerk & Storage – Der komplette Überblick

Hinweis: Dieser Artikel richtet sich an Einsteiger, die Azure verstehen und erste Schritte in der Cloud machen möchten – egal ob für den Homelab, die Arbeit oder die nächste Zertifizierung.


1. Einleitung

Was ist Azure überhaupt?

Microsoft Azure ist eine der weltweit führenden Cloud-Plattformen und bietet hunderte von Diensten rund um Computing, Netzwerk, Speicher, Datenbanken, KI und vieles mehr. Aber bevor man sich in den Details verliert, hilft eine einfache Einordnung:

Cloud-Dienste lassen sich in drei Hauptkategorien unterteilen :

ModellWas du bekommstBeispiel
IaaS – Infrastructure as a ServiceVirtuelle Maschinen, Netzwerk, Storage – du verwaltest das OSAzure VMs
PaaS – Platform as a ServiceLaufzeitumgebung, Middleware – du verwaltest nur die AppAzure App Service
SaaS – Software as a ServiceFertige Software über den BrowserMicrosoft 365

Für diesen Artikel konzentrieren wir uns auf IaaS – also die Infrastruktur-Ebene, die für Einsteiger am greifbarsten ist.

Warum Azure lernen?

  • Marktrelevanz: Azure ist nach AWS die zweitgrößte Cloud-Plattform weltweit – in vielen Unternehmen ist Azure-Wissen Pflicht
  • Homelab-Bezug: Wer Proxmox oder VMware kennt, findet in Azure viele bekannte Konzepte – nur eben in der Cloud
  • Zertifizierungen: Die AZ-900 (Azure Fundamentals) ist ein idealer Einstieg und von vielen Arbeitgebern anerkannt

Was dieser Artikel abdeckt – und was nicht

✅ Abgedeckt: VMs, Networking, Storage, Grundbegriffe, Kosten
❌ Nicht abgedeckt: Kubernetes (AKS), tiefes Pricing, Azure AD, CI/CD

Voraussetzungen

Du brauchst einen Azure Free Account. Dieser gibt dir:

  • 200 USD Guthaben für 30 Tage
  • 12 Monate kostenlose Basisdienste
  • Dauerhaft kostenlose Dienste (z. B. kleine B1s-VM für 750 Stunden/Monat)

👉 Registrierung unter: azure.microsoft.com/free


2. Azure Grundbegriffe

Bevor du eine VM startest, musst du das Grundgerüst von Azure verstehen. Drei Begriffe sind dabei zentral:

Subscription, Resource Group, Region

Azure ist hierarchisch aufgebaut :

Management Group
    └── Subscription
            └── Resource Group
                    └── Ressourcen (VMs, VNets, Storage...)

Management Groups ermöglichen es, mehrere Subscriptions zusammenzufassen und Berechtigungen zentral zu verwalten. Die Hierarchie kann bis zu 6 Ebenen tief sein .

Subscriptions sind der Container für alles – sie dienen auch der Abrechnung. Ohne Subscription geht in Azure gar nichts .

Resource Groups bündeln zusammengehörige Ressourcen. Alles, was du in Azure erstellst, muss einer Resource Group angehören .

Regionen sind geografische Standorte der Azure-Rechenzentren (z. B. West Europe = Niederlande, Germany West Central = Frankfurt).

Warum Resource Groups so wichtig sind

  • Ordnung: Alle Ressourcen eines Projekts an einem Ort
  • Kostenübersicht: Kosten lassen sich pro Resource Group auswerten
  • Einfaches Aufräumen: Eine Resource Group löschen = alle enthaltenen Ressourcen weg

💡 Tipp: Benenne Resource Groups nach dem Schema projekt-umgebung-region, z. B. myapp-dev-westeu

Übersichtstabelle: Azure Grundbegriffe

BegriffErklärungAnalogie aus der Praxis
Management GroupZusammenfassung mehrerer SubscriptionsKonzernholding über mehreren Firmen
SubscriptionAbrechnungscontainer, ZugangspunktVertrag mit dem Cloud-Anbieter
Resource GroupLogische Gruppe von RessourcenProjektordner auf dem Dateisystem
RegionGeografischer Standort des RechenzentrumsServerstandort im eigenen Rechenzentrum
RessourceEinzelner Azure-Dienst (VM, VNet, etc.)Einzelner Server oder Switch

3. Virtuelle Maschinen (Azure VMs)

Was ist eine Azure VM?

Eine Azure VM ist eine virtuelle Maschine, die in der Microsoft-Cloud läuft – vergleichbar mit einer VM in Proxmox oder VMware, aber mit einigen wichtigen Unterschieden:

MerkmalProxmox VMAzure VM
HypervisorKVM (lokal)Hyper-V (Microsoft-Rechenzentrum)
AbrechnungEinmalige Hardware-KostenPay-as-you-go (pro Stunde/Sekunde)
SkalierungBegrenzt durch lokale HardwareNahezu unbegrenzt
VerwaltungProxmox Web UI / CLIAzure Portal / CLI / ARM
NetzwerkLokales NetzwerkAzure VNet (virtuell)

Azure unterstützt dabei eine Vielzahl von Betriebssystemen: Linux (Ubuntu, Debian, RHEL, SUSE u.v.m.), Windows Server, SQL Server, Oracle, IBM und SAP .

VM-Größen und SKUs

Azure VMs gibt es in verschiedenen Größenfamilien, die für unterschiedliche Workloads optimiert sind :

FamilieEinsatzgebietBeispiel
B-SeriesBurstable – ideal für Einsteiger & Dev/TestB1s, B2s
D-SeriesGeneral Purpose – ausgewogenes VerhältnisD2s_v3
E-SeriesMemory-optimiertE4s_v3
F-SeriesCompute-optimiertF2s_v2
N-SeriesGPU-VMsNC6

💡 Für Einsteiger empfohlen: Die B-Series ist kostengünstig und perfekt für Lernzwecke. Sie nutzt ein Credit-Modell: Wenn die VM wenig ausgelastet ist, sammelt sie Credits, die bei Lastspitzen verbraucht werden .

VM-Größen im Vergleich

VM-GrößevCPUsRAMGeschätzte Kosten/Monat*
B1s11 GB~8–10 €
B2s24 GB~35–40 €
D2s_v328 GB~80–90 €

*Preise variieren je nach Region und Lizenzmodell. Aktuelle Preise immer im Azure Pricing Calculator prüfen

Betriebssystem-Images

Im Azure Marketplace findest du fertige Images für:

  • Windows Server 2019, 2022, 2025
  • Ubuntu 24.04 LTS
  • Debian 11, 12, 13
  • Und viele weitere endorsed Linux-Distributionen

Schritt-für-Schritt: Erste VM im Azure Portal erstellen

  1. Azure Portal öffnen: portal.azure.com
  2. „Ressource erstellen“„Virtueller Computer“ wählen
  3. Grundeinstellungen:
  • Subscription & Resource Group wählen (oder neu erstellen)
  • VM-Name vergeben (z. B. vm-test-01)
  • Region wählen (z. B. Germany West Central)
  • Image wählen (z. B. Ubuntu Server 22.04 LTS)
  • Größe wählen (z. B. B1s für Tests)
  1. Administratorkonto:
  • Authentifizierungstyp: SSH Public Key (empfohlen für Linux)
  • Benutzername & SSH-Key eintragen
  1. Eingehende Ports: Port 22 (SSH) für Linux oder 3389 (RDP) für Windows erlauben
  2. Datenträger: Standard SSD reicht für Tests
  3. Netzwerk: Azure erstellt automatisch ein VNet – für den Anfang OK
  4. Überprüfen + Erstellen → Deployment abwarten (ca. 1–2 Minuten)

Verbindung per SSH / RDP

Linux-VM per SSH verbinden:

ssh -i ~/.ssh/id_rsa azureuser@<PUBLIC-IP>

Windows-VM per RDP verbinden:

  • RDP-Client öffnen (Windows: mstsc, macOS: Microsoft Remote Desktop)
  • Public IP der VM eingeben
  • Benutzername & Passwort eingeben

⚠️ Wichtig: VM stoppen ≠ VM deallocieren (Kostenfalle!)

Das ist eine der häufigsten Kostenfallen für Einsteiger:

AktionWas passiertKosten
VM stoppen (im OS)VM läuft noch in Azure, Ressourcen reserviert✅ Compute-Kosten laufen weiter!
VM deallocieren (im Portal)Ressourcen werden freigegeben✅ Keine Compute-Kosten
VM löschenAlles weg (inkl. Disk, wenn nicht separat)✅ Keine Kosten

💡 Merke: Immer über das Azure Portal oder die CLI deallocieren – nicht nur das Betriebssystem herunterfahren!


4. Azure Networking

Virtual Network (VNet) – das Fundament

Ein Virtual Network (VNet) ist das grundlegende Netzwerkkonstrukt in Azure – vergleichbar mit einem privaten LAN in deinem Rechenzentrum. Alle Azure-Ressourcen, die miteinander kommunizieren sollen, müssen im selben VNet (oder in gepeertem VNet) sein .

Ein VNet wird durch einen IP-Adressbereich (CIDR) definiert, z. B. 10.0.0.0/16.

Subnets, IP-Adressbereiche, Private vs. Public IP

Ein VNet wird in Subnets unterteilt, um Ressourcen logisch zu trennen :

VNet: 10.0.0.0/16
    ├── Subnet-Frontend: 10.0.1.0/24
    └── Subnet-Backend:  10.0.2.0/24

Private IP: Interne Adresse innerhalb des VNets – immer vorhanden
Public IP: Öffentlich erreichbare Adresse – optional, kostet extra

⚠️ Kostenfalle: Öffentliche IP-Adressen kosten auch dann Geld, wenn sie keiner VM zugewiesen sind!

Network Security Groups (NSG) – die Firewall in Azure

Eine NSG ist eine virtuelle Firewall, die ein- und ausgehenden Datenverkehr für Subnets oder einzelne Netzwerkkarten (NICs) filtert .

Wichtige Regel: Sicherheitsadministratorregeln haben immer eine höhere Priorität als NSG-Regeln und werden zuerst ausgewertet. „Immer zulassen“- und „Verweigern“-Regeln beenden die Auswertung sofort .

NSG-Regeln bestehen aus:

  • Priorität (100–4096, niedrigere Zahl = höhere Priorität)
  • Protokoll (TCP, UDP, Any)
  • Quell-/Ziel-IP oder Service Tag
  • Port
  • Aktion (Allow / Deny)

NSG-Regeln Beispiele

RegelnameRichtungProtokollPortQuelleAktionZweck
Allow-SSHEingehendTCP22Meine IPAllowSSH-Zugang erlauben
Allow-RDPEingehendTCP3389Meine IPAllowRDP-Zugang erlauben
Deny-RDP-AllEingehendTCP3389AnyDenyRDP für alle sperren
Allow-HTTPEingehendTCP80AnyAllowWebserver erreichbar
Allow-HTTPSEingehendTCP443AnyAllowHTTPS erlauben
Deny-All-InEingehendAnyAnyAnyDenyAlles andere sperren

💡 Best Practice: Schränke SSH und RDP immer auf deine eigene IP ein – niemals Any als Quelle für Verwaltungsports!

Schritt-für-Schritt: VNet mit zwei Subnets anlegen

  1. Azure Portal → „Ressource erstellen“ → „Virtuelles Netzwerk“
  2. Grundeinstellungen:
  • Name: vnet-lab-01
  • Region: Germany West Central
  • Resource Group wählen
  1. IP-Adressen:
  • Adressraum: 10.0.0.0/16
  • Subnet 1: Name subnet-frontend, Bereich 10.0.1.0/24
  • Subnet 2: Name subnet-backend, Bereich 10.0.2.0/24
  1. Sicherheit: NSG kann direkt zugewiesen werden
  2. Überprüfen + Erstellen

VNet Peering – kurz erklärt

Mit VNet Peering können zwei VNets miteinander verbunden werden – auch über Regionen hinweg. Der Datenverkehr läuft dabei über das Microsoft-Backbone-Netzwerk, nicht über das öffentliche Internet .

📌 VNet Peering ist ein eigenes großes Thema – dazu folgt evtl. mal ein separater Artikel auf system-ecke.de!


5. Azure Storage

Die vier Storage-Typen im Überblick

Azure Storage bietet vier zentrale Dienste für unterschiedliche Anforderungen :

Storage-TypDatenformatTypischer Einsatz
Blob StorageUnstrukturierte DateienBackups, Medien, Logs, Data Lakes
File StorageSMB/NFS-DateifreigabenNetzlaufwerk für VMs
Queue StorageNachrichten-WarteschlangeEntkopplung von Anwendungen
Table StorageNoSQL Key-Value-DatenStrukturierte, einfache Daten

Wann nimmt man was?

Blob Storage :

  • Dateien, Backups, Archivdaten
  • Medien-Streaming
  • Big Data & Analysen (z. B. mit Azure Databricks)
  • Data Lakes (Azure Data Lake Storage Gen2 baut auf Blob auf)

File Storage:

  • Wenn VMs ein gemeinsames Netzlaufwerk brauchen
  • Migration von On-Premises-Dateiservern

Queue Storage:

  • Wenn Anwendungskomponenten asynchron kommunizieren sollen
  • Entkopplung von Producer und Consumer

Table Storage:

  • Einfache strukturierte Daten ohne komplexe Abfragen
  • Günstige Alternative zu Datenbanken für einfache Use Cases

Storage Account anlegen – Schritt für Schritt

  1. Azure Portal → „Ressource erstellen“ → „Speicherkonto“
  2. Grundeinstellungen:
  • Resource Group wählen
  • Name: eindeutig, nur Kleinbuchstaben/Zahlen (z. B. mystoragelab01)
  • Region wählen
  • Performance: Standard (für Einsteiger ausreichend)
  • Redundanz: LRS (günstigste Option für Tests)
  1. Erweitert: Hier kannst du Blob-Zugriffsebenen, HTTPS-Pflicht etc. konfigurieren
  2. Überprüfen + Erstellen

Managed Disks vs. Unmanaged Disks

Managed DisksUnmanaged Disks
VerwaltungAzure übernimmt Storage AccountDu verwaltest Storage Account selbst
Empfehlung✅ Immer bevorzugen❌ Veraltet, nicht empfohlen
VerfügbarkeitHöhere SLAGeringer
SnapshotsEinfach über PortalKomplexer

💡 Empfehlung: Nutze immer Managed Disks – Microsoft verwaltet die Infrastruktur dahinter, du musst dich um nichts kümmern .

Redundanzoptionen: LRS, ZRS, GRS erklärt

OptionVollnameReplikationSchutz vorKosten
LRSLocally Redundant Storage3× im selben RechenzentrumLaufwerk-/Rack-Ausfall💰 Günstigst
ZRSZone Redundant Storage3× in verschiedenen Availability ZonesRechenzentrumsausfall💰💰
GRSGeo Redundant StorageLRS + 3× in PartnerregionRegionaler Ausfall💰💰💰
RA-GRSRead-Access GRSWie GRS + Lesezugriff auf SekundärregionRegionaler Ausfall💰💰💰💰

LRS repliziert Daten dreimal innerhalb eines Rechenzentrums und bietet eine Haltbarkeit von mindestens 99,999999999 % (11 Neunen) pro Jahr .

GRS speichert zusätzlich drei Kopien in einer gepaarten Azure-Region. Wichtig: Die Replikation zwischen Regionen erfolgt asynchron, und auf die Sekundärregion kann erst nach einem Failover zugegriffen werden .

💡 Für Tests: LRS reicht völlig aus. Für Produktionsdaten mit Compliance-Anforderungen: GRS oder RA-GRS.


6. Alles zusammen: Eine einfache Infrastruktur bauen

Mini-Projekt: VM mit Storage in gesichertem VNet

Lass uns alles Gelernte in einem kleinen Projekt zusammenführen:

Ziel: Eine Linux-VM in einem gesicherten VNet, die auf einen Blob Storage Container zugreifen kann.

Schematische Übersicht

┌─────────────────────────────────────────────────────┐
│  Resource Group: rg-lab-01                          │
│                                                     │
│  ┌──────────────────────────────────────────────┐   │
│  │  VNet: 10.0.0.0/16                           │   │
│  │                                              │   │
│  │  ┌────────────────────────────────────────┐  │   │
│  │  │  Subnet: 10.0.1.0/24                   │  │   │
│  │  │                                        │  │   │
│  │  │  ┌──────────┐    ┌──────────────────┐  │  │   │
│  │  │  │  VM      │    │  NSG             │  │  │   │
│  │  │  │ (B1s)    │◄───│  Allow SSH:22    │  │  │   │
│  │  │  │ Ubuntu   │    │  Deny All        │  │  │   │
│  │  │  └──────────┘    └──────────────────┘  │  │   │
│  │  └────────────────────────────────────────┘  │   │
│  └──────────────────────────────────────────────┘   │
│                                                     │
│  ┌──────────────────────────────────────────────┐   │
│  │  Storage Account (LRS)                       │   │
│  │  └── Blob Container: backups                 │   │
│  └──────────────────────────────────────────────┘   │
└─────────────────────────────────────────────────────┘

Checkliste zum Nachbauen

  • [ ] Resource Group rg-lab-01 in Region Germany West Central erstellen
  • [ ] VNet vnet-lab-01 mit Adressraum 10.0.0.0/16 anlegen
  • [ ] Subnet subnet-main mit 10.0.1.0/24 hinzufügen
  • [ ] NSG nsg-lab-01 erstellen: SSH (Port 22) von eigener IP erlauben, alles andere sperren
  • [ ] NSG dem Subnet zuweisen
  • [ ] VM vm-lab-01 (Ubuntu 22.04, B1s) im Subnet erstellen
  • [ ] Storage Account stlab01 (LRS) erstellen
  • [ ] Blob Container backups anlegen
  • [ ] Per SSH mit der VM verbinden und Verbindung testen
  • [ ] Nach dem Test: VM deallocieren! ⚠️

7. Kosten im Blick behalten

Azure Pricing Calculator

Der Azure Pricing Calculator unter azure.microsoft.com/pricing/calculator ermöglicht es, die erwarteten monatlichen Kosten für beliebige Kombinationen von Azure-Produkten zu kalkulieren .

So gehst du vor:

  1. Dienst auswählen (z. B. „Virtual Machines“)
  2. Region, Größe, Betriebsstunden eingeben
  3. Weitere Dienste hinzufügen (Storage, Netzwerk etc.)
  4. Gesamtkosten ablesen und exportieren

Cost Alerts einrichten

Azure bietet Warnungen zur Reservierungsnutzung und Budget-Alerts, die per E-Mail benachrichtigen, wenn Kosten einen definierten Schwellenwert überschreiten .

Budget Alert einrichten:

  1. Azure Portal → „Cost Management + Billing“
  2. „Budgets“ → „Hinzufügen“
  3. Budget-Betrag festlegen (z. B. 20 €/Monat)
  4. Alert-Schwellenwerte definieren (z. B. bei 80 % und 100 %)
  5. E-Mail-Empfänger eintragen

Warnungen zur Reservierungsnutzung können in verschiedenen Bereichen erstellt werden: einzelne Ressourcengruppe, einzelnes Abonnement, Verwaltungsgruppe oder geteiltes Abonnement .

Häufige Kostenfallen für Einsteiger

KostenfalleWarum teuer?Lösung
VM nicht deallociertCompute-Kosten laufen weiterImmer über Portal deallocieren
Vergessene Public IPsKosten auch ohne VM-ZuweisungNicht benötigte IPs löschen
SnapshotsAkkumulieren sich über ZeitRegelmäßig aufräumen
Ausgehender DatenverkehrEgress-Traffic kostetDatenmengen im Blick behalten
Premium StorageDeutlich teurer als StandardNur wenn nötig verwenden
Ungenutzte ReservierungenBezahlte Kapazität wird nicht genutztReservierungsnutzung überwachen

Free-Tier-Limits (Zusammenfassung)

  • 200 USD Guthaben für die ersten 30 Tage
  • 750 Stunden/Monat B1s-VM (Windows oder Linux) für 12 Monate
  • 5 GB Blob Storage (LRS) für 12 Monate
  • 250 GB SQL Database für 12 Monate
  • Dauerhaft kostenlose Dienste (z. B. Azure Functions bis 1 Mio. Aufrufe/Monat)

8. Fazit & Nächste Schritte

Was du jetzt weißt

Nach diesem Artikel kennst du:

  • ✅ Das Grundgerüst von Azure: Management Groups, Subscriptions, Resource Groups
  • Azure VMs: Größen, Images, Erstellung, SSH/RDP-Verbindung
  • ✅ Die wichtige Unterscheidung: VM stoppen ≠ VM deallocieren
  • Azure Networking: VNets, Subnets, NSGs, Public/Private IPs
  • Azure Storage: Blob, File, Queue, Table – und wann man was nutzt
  • Redundanzoptionen: LRS, ZRS, GRS
  • Kostenmanagement: Pricing Calculator, Budget Alerts, Kostenfallen

Weiterführende Themen

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, sind das die logischen nächsten Schritte:

ThemaWarum interessant?
Azure Active Directory / Entra IDIdentitäts- und Zugriffsverwaltung
Load Balancer & Application GatewayHochverfügbarkeit für Anwendungen
ARM Templates / BicepInfrastructure as Code in Azure
Azure Kubernetes Service (AKS)Container-Orchestrierung
VNet Peering & VPN GatewayNetzwerkverbindungen zwischen VNets und On-Premises
Azure Monitor & Log AnalyticsMonitoring und Logging

AZ-900 Zertifizierung als nächster Schritt

Die Microsoft Certified: Azure Fundamentals (AZ-900) ist die ideale Einstiegszertifizierung . Sie deckt genau die Themen ab, die wir in diesem Artikel behandelt haben – plus Cloud-Konzepte, Compliance und Azure-Governance.

Lernressourcen:


FAQ

❓ Brauche ich eine Kreditkarte für den Free Account?

Ja, Microsoft verlangt eine Kreditkarte zur Identitätsverifizierung. Sie wird nicht belastet, solange du innerhalb der Free-Tier-Limits bleibst. Erst wenn du das Guthaben aufgebraucht hast und aktiv auf ein Pay-as-you-go-Abonnement upgradesd, entstehen Kosten.

❓ Was kostet eine kleine VM pro Monat?

Eine B1s-VM (1 vCPU, 1 GB RAM) kostet je nach Region ca. 8–10 € pro Monat bei Dauerbetrieb. Im Free Tier sind 750 Stunden/Monat kostenlos – das reicht für eine VM im Dauerbetrieb . Aktuelle Preise immer im Azure Pricing Calculator prüfen.

❓ Kann ich Azure mit Proxmox vergleichen?

Bedingt. Beide virtualisieren Workloads, aber:

  • Proxmox läuft lokal auf deiner Hardware, du hast volle Kontrolle, keine laufenden Kosten (außer Strom/Hardware)
  • Azure ist eine Public Cloud, du zahlst pro Nutzung, bekommst aber globale Skalierbarkeit, Managed Services und keine Hardware-Investition

Für ein Homelab ist Proxmox oft günstiger. Für skalierbare Produktionsworkloads oder wenn du keine eigene Hardware betreiben möchtest, ist Azure die bessere Wahl. Viele nutzen beides: Proxmox lokal für Tests, Azure für Cloud-Workloads.

❓ Wie lösche ich alles wieder sicher?

Der einfachste Weg: Resource Group löschen. Damit werden alle enthaltenen Ressourcen (VMs, Disks, VNets, Storage Accounts etc.) auf einmal gelöscht .

Azure Portal → Resource Groups → [Deine RG] → "Ressourcengruppe löschen"

⚠️ Achtung: Dieser Vorgang ist nicht rückgängig zu machen! Stelle sicher, dass du alle wichtigen Daten gesichert hast, bevor du eine Resource Group löschst.

Nach dem Löschen empfiehlt es sich, unter Cost Management zu prüfen, ob noch Ressourcen Kosten verursachen – manchmal bleiben Public IPs oder Snapshots übrig, die separat gelöscht werden müssen.


*Dieser Artikel ist Teil der Azure-Reihe auf system-ecke.de. Feedback und Fragen gerne in die Kommentare

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